Augustdorf. Seit einem Jahr ist der Augustdorfer Dünenpfad mit Hinweistafeln und Markierungspunkten für Wanderer geöffnet. Zeit also, um einmal der Frage nachzugehen, was es genau zu erleben gibt. Eine App bietet zusätzliche Informationen.

Startpunkt ist das Heidehaus am Dachsweg. Ein 
großes Hinweisschild erläutert den Dünenpfad und erklärt auch, dass eine Smartphone-App noch weitere Erklärungen bereit hält. Also schnell die „Düne-App“ installiert – einhundert Mal wurde sie bereits heruntergeladen – und auf geht es in den Wald, parallel zum Ölbach. Schon nach wenigen Metern erstreckt sich eine dichte, grüne Moosdecke zwischen den Bäumen.

Schon macht sich die App mit einem Piepen bemerkbar. Es leuchtet ein kleiner Hinweis auf: „Dünenschnitt“. Wanderer erfahren, dass das Augustdorfer Dünenfeld zu den ältesten Binnendünen Deutschlands gehört und sich ständig verändert. Mit diesem Wissen geht es weiter.

Absolute Stille. Die Schuhe pressen sich in den weichen Sennesand, doch kurze Zeit später geht es wieder über festen Boden und das Handy piept. Die App erklärt dem Nutzer, dass es nun in einem Kiefernanflugwald weitergeht. „Der ist durch natürlichen Samenanflug auf einer ehemals offensandigen Heidefläche entstanden“, heißt es. Eine solche Heidefläche soll jetzt wieder entstehen. Daniel 
Telaar, der Leiter des Naturschutzgroßprojektes Senne, fasst zusammen: „Unser Ziel ist es, einen lichten Wald mit Heidelandschaft zu schaffen.“ Ein paar vereinzelte Heidebüsche sind bereits am Wegesrand neben einer Aussichtsplattform, die zwischenzeitlich aufgetaucht ist, zu sehen.

Plötzlich raschelt etwas zwischen den Pflanzen. Beim genaueren hinsehen hüpft eine junge Erdkröte über den Boden. Die fünfjährige Wanderin Ashley nimmt diese vorsichtig auf die Hand und bestaunt sie von allen Seiten. Doch der Kröte reicht es schnell, und mit einem Sprung ist sie wieder zwischen Gräsern und Sträuchern verschwunden.

Dann meldet sich wieder die App und macht darauf aufmerksam, dass sich in der Nähe ein Grenzstein aus dem Jahr 1860 befindet, der die ehemalige Grenze zwischen Preußen und dem Fürstentum Lippe markiert. Direkt daneben krabbelt ein bläulich schimmernder Käfer, der sich bei genauerem Hinsehen als Mistkäfer entpuppt. Einige Meter später sind mehrere funkelnde Augen aus dem Wald heraus erkennbar: Es sind die Exmoorponys, die sich zwar anscheinend nicht gestört fühlen, aber trotzdem alles aufmerksam verfolgen.

Eine Stunde ist rum, der Ausgangspunkt des vier Kilometer langen Rundwegs dürfte bald wieder erreicht sein. Tatsächlich schimmern schon die Häuser der Jugendeinrichtung durch die Bäume. Fazit: Eine Wegstrecke, mit einer wunderbaren Natur, die auch für Kinder geeignet ist.